{"id":1183,"date":"2021-05-22T10:30:21","date_gmt":"2021-05-22T10:30:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.junia-swan.at\/?p=1183"},"modified":"2021-05-22T10:30:22","modified_gmt":"2021-05-22T10:30:22","slug":"leseprobe-das-lied-der-engel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.junia-swan.at\/?p=1183","title":{"rendered":"Leseprobe &#8222;Das Lied der Engel&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Lernen Sie Daniel und Mila in der kostenlosen Leseprobe kennen:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.junia-swan.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Leseprobe-korrigiert-20210522.pdf\">Leseprobe &#8222;Das Lied der Engel&#8220;<\/a><a href=\"https:\/\/www.junia-swan.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Leseprobe-korrigiert-20210522.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Prolog<\/p>\n\n\n\n<p>Bulgarien 1815<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sonne glitzerte golden auf den Wellenk\u00e4mmen des Schwarzen Meeres, kurz bevor sie sich im blutroten Schein aufl\u00f6ste. Mila Goranov schenkte dem dunklen Umriss einer Fregatte, welche vor einiger Zeit am Horizont aufgetaucht war, keine Beachtung. Einem Geisterschiff gleich, teilte deren Kiel die Wasser der See wie eine scharfe Klinge, bis sie von der einbrechenden Nacht verschluckt wurde.<br>\nGl\u00fccklich, mit pochendem Herzen stand das M\u00e4dchen am Fenster seines Zimmers, die linke Hand ruhte am Fensterbrett, es atmete aufgeregt ein und aus. Vor wenigen Minuten hatte Miron Tomov bei ihrem Vater um Milas Hand angehalten. Endlich, nach all den Jahren ihrer Kindheit, welche von ihrer stillen Bewunderung f\u00fcr Miron gepr\u00e4gt gewesen waren, war sie jetzt am Ziel ihrer Tr\u00e4ume angelangt. Von klein auf hatte sie den Tag ihres f\u00fcnfzehnten Geburtstags herbeigesehnt, hatte mit Begeisterung beobachtet, wie sich ihr K\u00f6rper von dem eines M\u00e4dchens in den einer Frau verwandelte, um schlie\u00dflich damit Mirons Aufmerksamkeit zu erregen. So hatte sie zumindest gehofft. In Wahrheit hatte sich dies als schwierige Aufgabe herausgestellt, da er sie stets als die kleine Schwester seines besten Freundes betrachtete. Vor einigen Monaten hatte Mila erkannt, dass sie ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen musste, um Miron f\u00fcr sich zu gewinnen. Fest entschlossen, eines Tages Mirons Ring am Finger zu tragen, hatte sie ihrem Vater beil\u00e4ufig einen Floh ins Ohr gesetzt. Insgeheim hatte sie sich dar\u00fcber gewundert, dass er bis dato nie \u00fcber den Vorteil einer dauerhaften Bindung zwischen ihren Familien nachgedacht hatte. Daher malte sie ihm \u00fcberschw\u00e4nglich die sch\u00f6nsten Bilder vor Augen und war erleichtert, dass er m\u00fchelos zu \u00fcberzeugen war. Es dauerte nicht lange, da sah sie Mirons Blick auf sich ruhen. Oh, seine eindringliche Musterung lie\u00df ihren Leib unter wohligen Schauern erbeben! Wenn sie nur daran dachte, wurde ihr schwindlig! Und seine Stimme! Als er sie bei seinem Eintreffen vor einer knappen Stunde begr\u00fc\u00dft hatte, klang sie wie weicher Samt und hatte sie wie in einen warmen Mantel eingeh\u00fcllt. Umso ungerechter empfand sie es, dass ihr Vater sie danach in ihr Zimmer geschickt hatte. Bedauerlicherweise war er trotz ihrer Bitte hart geblieben und hatte ihr, als w\u00e4re sie ein kleines Kind, vor Miron nachdr\u00fccklich erkl\u00e4rt, dass sie beim Aushandeln der Einzelheiten, die ihren bevorstehenden Ehestand betrafen, unerw\u00fcnscht sei. Sie w\u00e4re vor Scham am liebsten im Boden versunken, doch Mirons anhaltend schmachtende Blicke hatten sie getr\u00f6stet und sogar mit ihrem Schicksal vers\u00f6hnt. Wenn alles so geschah, wie sie es sich vorstellte, w\u00e4re sie schon vor dem Wintereinbruch seine Gemahlin und nichts verm\u00f6ge sie jemals zu trennen. Oh, das Leben war wunderbar!<br>\nAusgelassenes Gel\u00e4chter drang von unten zu ihr empor und lie\u00df sie annehmen, dass man sich, bei etlichen Gl\u00e4sern Mastika, geeinigt hatte. Die junge Frau verdrehte die Augen. Ein kleines Schl\u00fcckchen dieses Gebr\u00e4us, das so herrlich nach Anis schmeckte, k\u00f6nnte sie ebenso vertragen. Ihr schien, dass winzige Blitze ihre Nerven maltr\u00e4tierten, denn ihr Leib prickelte heftig.<br>\nMila seufzte trotz ihrer Aufregung vertr\u00e4umt auf und kam zu dem Schluss, in den n\u00e4chsten Stunden ganz gewiss nicht einschlafen zu k\u00f6nnen. Zu belebend wirkten die in ihrem Geist aufsteigenden Bilder der bevorstehenden Hochzeit und befeuerten ihren Puls mit jeder weiteren ersonnenen Einzelheit. Ihr Zimmer schien ihr eindeutig zu klein f\u00fcr die erf\u00fcllenden Zukunftsvisionen, die ihren Brustkorb weiteten. Sie beschloss, sich zu ihrer Freundin, die einen Fu\u00dfmarsch von zwanzig Minuten entfernt wohnte, zu stehlen. Sowohl die Bewegung als auch die frische Luft w\u00fcrden ihr sicher gut tun. Nachdem sie Lana ausf\u00fchrlich von ihren rosigen Zukunftsaussichten berichtet h\u00e4tte, w\u00fcrde sie zweifellos nach ihrer Heimkehr auch schnell einschlafen k\u00f6nnen. Leise stie\u00df sie das Fenster auf, kletterte flink auf das Fensterbrett und klammerte sich an den dicken Ast einer alten Steineiche, die ihr schon des \u00d6fteren als Leiter gedient hatte. Ein Gl\u00fcck, dass die Rinde noch so glatt war \u2013 zerkratzte Arme und Beine w\u00e4ren f\u00fcr eine Ehefrau sicher nicht sittsam. Da wurde ihr bewusst, dass sie, sobald sie eine verheiratete Frau w\u00e4re, auf derlei Vergn\u00fcgungen w\u00fcrde verzichten m\u00fcssen. Dies schien ihr jedoch ein schwindend geringer Preis zu sein, den sie liebend gerne zu zahlen bereit war. Weshalb sollte sie das Verlangen versp\u00fcren, aus dem Fenster zu klettern, wenn sie stattdessen in Mirons Armen liegen k\u00f6nnte?<br>\nGer\u00e4uschlos landete sie auf dem harten, sandigen Boden und rieb sich die H\u00e4nde, um die winzigen Rindenst\u00fcckchen abzusch\u00fctteln. Sie drehte sich ausgelassen im Kreis und lief dann los.<br>\nAuf halber Strecke verwob sich die D\u00e4mmerung mit der Finsternis, wurde so dicht wie schwerer Samt. Mila stockte. Ihr gelang es kaum, zehn Fu\u00df weit zu sehen. Sekundenlang \u00fcberlegte sie, umzukehren. Als h\u00e4tte der Mond ihre Not erkannt, schob er sich hinter einer dunklen Wolke hervor und erhellte wieder ihren Weg. Das M\u00e4dchen atmete erleichtert auf. Dennoch heftete sich eine nagende Verunsicherung an ihre Fersen, als wollte diese sie am Weitergehen hindern. Doch nein, sie war zu aufgeregt, um den Besuch bei ihrer Freundin aufzuschieben. Sie musste Lana unbedingt von Mirons Heiratsantrag erz\u00e4hlen! Da sie den Weg in- und auswendig kannte, brauchte sie keine Angst davor zu haben, sich zu verlaufen. Angespannt hastete sie weiter.<br>\nAls sie sich dem Grundst\u00fcck von Lanas Eltern n\u00e4herte, h\u00f6rte sie Schreie, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lie\u00dfen. Noch bevor sie eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr finden konnte, sah sie das zuckende Licht unz\u00e4hliger Fackeln. Einen schmerzhaften Augenblick lang stockte ihr Fu\u00df. Was hatte das zu bedeuten? Warum wurde das Gel\u00e4nde durchsucht? Es musste etwas Schreckliches vorgefallen sein!<br>\nSie hatte den Satz noch nicht zu Ende gedacht, als jemand sie von hinten am Arm packte und herumriss. Ein furchterregender Mann mit dichten, schwarzen Augenbrauen und einem dunklen Turban dar\u00fcber, grinste ihr ins Gesicht \u2013 seine Z\u00e4hne leuchteten dabei matt auf.<br>\n\u201eAraber!\u201c, schoss es Mila durch den Kopf. Panik explodierte in ihr und schn\u00fcrte ihr den Hals zu. Erinnerungsblitze durchzuckten sie \u2013 Warnungen vor den brutalen \u00dcberf\u00e4llen orientalischer Piraten. Ein Hilfeschrei formte sich in ihrer Kehle. Nach Luft ringend \u00f6ffnete sie den Mund. Da sah sie ihn seine Faust heben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Kopf dr\u00f6hnte, als sie st\u00f6hnend erwachte und ihre Sinne zu ihr zur\u00fcckkehrten. Wo war sie? Zweifellos befand sie sich weder in Lanas Wohnhaus noch Zuhause. Und wie lange war es her, seitdem man sie niedergeschlagen hatte? Ihre Entf\u00fchrer hatten ihre Arme mit einem Seil auf dem R\u00fccken zusammengebunden und die Beine an den Kn\u00f6cheln verschn\u00fcrt, weshalb sie sich kaum bewegen konnte. Sie tastete um sich, ihre H\u00e4nde ber\u00fchrten Holz, das mit einem feuchten Film \u00fcberzogen war. Da wurde ihr das gleichm\u00e4\u00dfige Heben und Senken des Bodens unter ihr bewusst. Oh Gott, sie war in einem Schiffsbauch! Obwohl ihr Kopf schrecklich schmerzte, \u00f6ffnete sie vorsichtig die Augen einen Spaltbreit, blinzelte. Trotz des vorherrschenden Zwielichts, best\u00e4tigten die vagen Schemen ihrer Umgebung, was sie in ihrem Inneren schon bef\u00fcrchtet hatte. Grauen \u00fcberw\u00e4ltigte sie. Ihre schlimmsten Albtr\u00e4ume waren zum Leben erwacht. Ihrer Freiheit beraubt, hatten sie skrupellose Barbaren wie ein St\u00fcck Holz in den Bauch eines arabischen Sklavenschiffs geworfen. Das Entsetzten \u00fcber ihre ausweglose Lage l\u00e4hmte sie und sie k\u00e4mpfte gegen die aufsteigende Ohnmacht, rang nach Luft. Zugleich biss sie die Z\u00e4hne zusammen, damit sie nicht vor Angst klapperten. Erz\u00e4hlungen von Pl\u00fcnderungsfahrten der Araber, welche auf brutalste Art und Weise auf Menschenfang gingen, durchpfl\u00fcgten ihren gepeinigten Sinn. Bilder von an schwere Ketten geschmiedete Sklaven, die in elendslangen Reihen von M\u00e4nnern mit Peitschen angetrieben wurden, vermischten sich in ihrem Kopf mit Berichten vom grauenhaften Treiben auf Sklavenm\u00e4rkten. Nein! Es durfte nicht wahr sein! So unrealistisch es auch erscheinen mochte, klammerte sie sich dennoch an die letzte Hoffnung: ihre Rettung. Sie wollte nicht aufgeben und sich nicht von der Tatsache, dass es f\u00fcr ein M\u00e4dchen wie sie, keinen Ausweg aus dieser H\u00f6lle gab, in die Knie zwingen lassen.<br> Verbissen zwang sie sich dazu, an Zuhause zu denken. An die hei\u00dfe Sonne, die den Boden austrocknete, bis er aufriss und kleine Schluchten bildete. An die winzigen Bl\u00e4tter des Christusdorns und seine roten Bl\u00fcten, die kugelf\u00f6rmigen Fr\u00fcchte der Drosselbeeren und die scharfen Felsen der Berge.<br> Nie w\u00fcrde sie ihren Geburtsort Balchik, den wundervollen Blick auf K\u00fcste und Meer sowie ihre Familie vergessen. Sie schwor sich mit der Inbrunst einer Todgeweihten, sich stets daran zu erinnern, wer sie war. Niemand vermochte es, ihr die Vergangenheit zu rauben, die Gewissheit, als freier Mensch geboren zu sein.<br> Als sich Mila auf den nackten Schiffsplanken trotzig an die letzten Reste ihres Muts klammerte, ahnte sie nicht, wie sehr sie sich darin irrte [&#8230;]<\/p>\n\n\n\n<p>Komplette Leseprobe jetzt herunterladen: <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.junia-swan.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Leseprobe-korrigiert-20210522.pdf\">Leseprobe &#8222;Das Lied der Engel&#8220;<\/a><a href=\"https:\/\/www.junia-swan.at\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Leseprobe-korrigiert-20210522.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p>Buch jetzt vorbestellen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-amazon-kindle wp-block-embed is-type-rich is-provider-amazon\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Das Lied der Engel\" type=\"text\/html\" width=\"790\" height=\"550\" frameborder=\"0\" allowfullscreen style=\"max-width:100%\" src=\"https:\/\/lesen.amazon.de\/kp\/card?preview=inline&#038;linkCode=kpd&#038;ref_=k4w_oembed_0whdFv4CysczwT&#038;asin=B09494RR9S&#038;tag=kpembed-20\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lernen Sie Daniel und Mila in der kostenlosen Leseprobe kennen: Prolog Bulgarien 1815 Die Sonne glitzerte golden auf den Wellenk\u00e4mmen des Schwarzen Meeres, kurz bevor sie sich im blutroten Schein aufl\u00f6ste. 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