{"id":271,"date":"2018-02-01T13:08:31","date_gmt":"2018-02-01T13:08:31","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.junia-swan.at\/?p=271"},"modified":"2020-03-20T13:10:35","modified_gmt":"2020-03-20T13:10:35","slug":"ueber-die-kleinen-zufaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.junia-swan.at\/?p=271","title":{"rendered":"\u00dcber die kleinen Zuf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"\n<p>\nMittlerweile kann ich auf \u00fcber \nzwanzig Jahre zur\u00fcckblicken, in denen ich mehr oder weniger Romane \ngeschrieben habe. Im Laufe dieser Zeit habe ich eine wirklich \ninteressante Sache entdeckt und das sind die kleinen Zuf\u00e4lle. Sie \nverstecken sich, um gerade im richtigen Moment auf den Plan zu treten \nund mich zu verwundern. Anders kann ich es nicht nennen. Diese Zuf\u00e4lle \nverwundern mich. Zwei Beispiele: W\u00e4hrend des Schreibens meines Romans \n&#8222;Die Sehnsucht des Prinzen&#8220;, war bereits das Setting klar (das sich aus \ndem ersten Roman ergeben hat. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass \nein zweiter Teil nicht geplant war. Doch ich werde immer wieder von \nmeinen Figuren \u00fcberrascht und Leonard hat mich nicht losgelassen.) Der \nFamiliensitz der Prinzen lag unweit von St. Ives, einem sch\u00f6nen \nSt\u00e4dtchen in Cornwall. Dass Isabel meine Protagonistin, ein Faible f\u00fcr \ndie Malerei hat, war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls klar. Nun \u00fcberlegte \nLeonard, eine Galerie in St. Ives zu er\u00f6ffnen. Bei der Recherche, ob es \neinen solchen Ort tats\u00e4chlich an dieser Stelle gibt, stie\u00df ich auf die \nInformation, dass dort tats\u00e4chlich eine Tate Gallery existiert. Ich \nerw\u00e4hne nur am Rande, dass es davon zwei in London und eine in Liverpool\n und jene in St. Ives gibt. Perfekt, etwas Besseres kann einem Autor \nnicht passieren!<\/p>\n\n\n\n<p>Heute \nereilte mich eine weitere perfekte F\u00fcgung. Ich schreibe zurzeit an einem\n neuen Roman der Reihe &#8222;Verh\u00e4ngnisvoll&#8220;. An dieser Stelle wird dar\u00fcber \nnicht viel verraten, au\u00dfer, dass Richard Townsend sehr zur\u00fcckgezogen in \nden Bergen lebt und einer jungen Frau das Leben rettet. Da sie sich ein \nBein gebrochen hat, \u00fcberlegt sie, was sie machen k\u00f6nnte, um sich die \nZeit zu vertreiben. Denn wochenlang auf einem Heusack liegen zu m\u00fcssen, \nkann einen schon den ein oder anderen Nerv kosten. Zum Gl\u00fcck hat Richard\n ein einziges Buch in seinem Besitz, das er ihr \u00fcbergibt. Nun muss an \ndieser Stelle nat\u00fcrlich recherchiert werden, welches Buch dies sein \nk\u00f6nnte. Die Handlung spielt um 1930 und das Buch muss bereits um 1918 \nerschienen sein. Deswegen greife ich zu meinem Lieblingsnachschlagewerk &#8211;\n in diesem Fall nicht das Internet &#8211; &#8222;Daten der Weltgeschichte&#8220; und \nsuche die Spalten nach einem passenden Werk, geschrieben von einem \nEngl\u00e4nder, ab. Ich sto\u00dfe auf das Buch &#8222;Sieg&#8220; von Joseph Conrad \n(erschienen im Jahre 1915, ein englischer Roman). Bevor ich aber meine \nProtagonisten darin bl\u00e4ttern lasse, nehme ich nun das Internet zu Hilfe \nund suche nach dem Inhalt. Die Handlung: Der Protagonist lebt \nzur\u00fcckgezogen auf einer Insel und rettet einer Frau das Leben. Sie \nk\u00f6nnen sich sicherlich vorstellen, dass mir der Hut vom Kopf geflogen \nw\u00e4re, h\u00e4tte ich einen getragen! Habe das Buch bestellt und werde es \nlesen &#8211; allerdings erst, wenn ich mit meinem Roman fertig bin, um mich \nnicht auf andere Ideen bringen zu lassen. Danach werde ich mich dann von\n den weiteren Parallelen \u00fcberraschen lassen!<\/p>\n\n\n\n<p>Schreiben\n ist ein spannender Prozess und ich liebe es, mich von der Handlung \ndavontragen zu lassen, um irgendwann zu entdecken, dass sich der Kreis \nschlie\u00dft.\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile kann ich auf \u00fcber zwanzig Jahre zur\u00fcckblicken, in denen ich mehr oder weniger Romane geschrieben habe. Im Laufe dieser Zeit habe ich eine wirklich interessante Sache entdeckt und das sind die kleinen Zuf\u00e4lle. Sie verstecken sich, um gerade im richtigen Moment auf den Plan zu treten und mich zu verwundern. 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