

Gott behüte mich davor, jemals wieder derart blind und unbedacht zu handeln. Nur die Rüstung der Beherrschung und ein gefestigter Geist können einen Mann vor den Torheiten seines eigenen Herzens bewahren.
Ein geheimer Auftrag führt Edward Earl of Ashcombe unter dem Namen Édouard de Mouret nach Frankreich. Als Sohn eines englischen Dukes und einer französischen Comtesse, außerdem militärisch ausgebildet, ist er bestens dafür geeignet, dem König als Spion zu dienen. Er wird es weit bringen und sogar Napoleon beraten. Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes und seine Vergangenheit stellt ihn vor die schwerste Entscheidung seines Lebens.
„Gut.“ Der König überwand die kurze Distanz zwischen ihnen und neigte den Kopf. Sein Atem streifte des Earls Wange, als er die letzten Anweisungen in gesenktem Ton gab: „Seid diskret. Niemand darf Eure Anwesenheit in Frankreich als das erkennen, was sie ist. Vertraut auf Euer Urteilsvermögen und bedenkt: Eure Tarnung muss absolut fehlerlos sein. Nicht der kleinste Zweifel an Eurer Herkunft oder Eurer Loyalität darf aufkommen.“ Die Augen des Monarchen bohrten sich in die des Earls. „Ihr werdet reisen – zunächst nach Paris, später wohin Euch die Umstände führen. Keine Waffe wird Euch dienen außer Eurem Verstand und Eurer Vorsicht. Und solltet Ihr scheitern, wird sich niemand Eurer erinnern.“
Die brutale Ehrlichkeit des Königs offenbarte, was er nicht aussprach: Es lag im Bereich des Möglichen, dass er niemals nach England zurückkehren würde. Sein Herz krampfte sich zusammen, doch sein Verstand flüsterte: Was hast du denn hier noch zu suchen? Dein Gewissen frisst dich auf. Besser, du stirbst für den König als aus Gram zu vergehen.
Der Earl verbeugte sich. „Ich habe verstanden, Sire.“ Das Feuer des Kamins flackerte auf dem polierten Marmorboden, als wollte es die Tragweite ihres Gesprächs unterstreichen. Ein weiteres Ziehen in der Brust verwehrte ihm sekundenlang, einzuatmen. Doch seine Ausbildung ließ ihn nicht im Stich und er fuhr in sachlichem Ton fort: „Ich werde Euch die gewünschten Informationen übermitteln.“
„Ich hoffe es.“ Noch immer ruhten die Augen des Königs auf ihm, als wollten sie die kleinsten Regungen, die er machte, aufspüren und interpretieren. „Vergesst nicht, dass Ihr nicht nur Frankreichs aktuellen Zustand beurteilen sollt. Vielmehr gilt es seine Zukunft zu erkennen, bevor sie unser Schicksal wird.“